Handgelenksbeschwerden

Die Ursachen für Beschwerden im Bereich des Handgelenks sind sehr vielfältig. Die Schmerzen können sowohl von der Hand in den Arm ausstrahlen oder umgekehrt. Allgemein ist festzuhalten, dass diese Beschwerden meist erhebliche Beeinträchtigungen im Alltag mit sich bringen, da die Hände bei den meisten Tätigkeiten des täglichen Lebens eine wesentliche Funktion übernehmen.


Indikationen

Arthrose

Bei einem Verschleiss des Handgelenks (Arthrose) handelt es sich um die Abnutzung des Knorpels, der die Gelenkflächen bedeckt. Nach und nach kommt es so zu Knorpelschäden – später auch zu Knochenschäden – schmerzhaften Verformungen und Versteifungen am Handgelenk. Ursachen können in einer Überbeanspruchung des Gelenks, einer Gelenkfehlstellung oder einer vorangegangenen Verletzung (Trauma) liegen. Folgende Symptome können aufreten:

  • Gelenksteife, vor allem am Morgen
  • Gelenkschwellungen
  • Bewegungs- und Ruheschmerz
  • Kraftverlust
  • Knirschen im Gelenk
  • Überwärmung
  • Lokaler Druckschmerz

Rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis zählt zu den Autoimmunkrankheiten, deren Ursache bisher ungeklärt ist. Fest steht, dass bis zu 2 % der europäischen Bevölkerung darunter leidet und Frauen dreimal so häufig betroffen sind. Bei der Erkrankung kommt es zu Entzündungen in vielen Gelenken, unter anderem auch im Handgelenk. Zunächst ist die Gelenkinnenhaut betroffen, die Entzündung greift jedoch auf Knochen, Knorpel und Bänder über. Rheumatoide Arthritis verläuft in der Regel schubweise, in der Zeit zwischen den Schüben lassen die Schmerzen meist nach. Während eines Schubes, der Wochen bis Monate dauern kann, schwillt das Handgelenk an, ist überwärmt und oft gerötet. Des Weiteren sind viele von Morgensteifigkeit der Gelenke, eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten und unterschiedlich stark ausgeprägten Allgemeinsymptomen betroffen.

Überbeanspruchung

Bei Überbeanspruchung kommt es häufig zu einer Reizung des Handgelenks. Eine übermässige Belastung des Gelenks ist eine der häufigsten Ursachen. Sie zeigt sich in Rötungen, Schwellungen sowie Schmerzen bei Bewegungen aber auch in Ruhephasen. In manchen Fällen kommt es sogar zu einer Sehnenscheidenentzündung.

Sehnenscheidenentzündung

Die Entzündung der Sehnen und Sehnenscheiden ist eine sehr häufige Erkrankung, die inzwischen fast jeder kennt. Die häufigste Ursache sind chronische oder akute Überbelastung durch monotone Bewegungsabläufe sowie kleinere Verletzungen (Mikrotraumen). Die Betroffenen leiden unter folgenden Symptomen:

  • Druckschmerz entlang des Sehnen- und Muskelverlaufes
  • Überwärmung, Schwellung und Rötung
  • Belastungsschmerz
  • Verdickung der betroffenen Sehne

Instabilität

Von einem Instabilitätsgefühl im Handgelenk sind meist Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr in Folge einer Bandschwäche sowie Überlastung betroffen. Beim Instabilitätsgefühl kann es zu Schmerzen bei Belastungen des Handgelenks kommen, die bis in den Unterarm ausstrahlen. Ausserdem kommt es häufig zu Klickgeräuschen bei einer Bewegungen des Handgelenks.

Karpaltunnelsyndrom

Beim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine „Nerveneinklemmung“ an der Hand. Die Ursache dieser Erkrankung ist die Einengung des sogenannten Karpaltunnels. Infolge einer Anschwellung des Gewebes, beispielsweise aufgrund von Entzündungen oder Überbelastung, werden die durch den Karpaltunnel verlaufenden Nerven eingeengt. Primär wird der sogenannte Nervus medianus – der Mittelarmnerv – in Mitleidenschaft gezogen.

Typisch für dieses Krankheitsbild ist, dass die Schmerzen insbesondere nachts sehr stark sind. Schreitet das Krankheitsbild weiter voran, entsteht ein dauerhaft taubes Gefühl, das besonders Daumen, Zeige- und Mittelfinger betrifft. Oftmals kommen Ungeschicklichkeit, ein Schwächegefühl in der Hand sowie eine Kraftminderung der Handmuskulatur – häufig des Daumenballens - hinzu. In 80 % der Fälle sind Frauen mittleren Alters betroffen.

Verstauchung

Bei Verstauchungen des Handgelenks kommt es zu einer Überdehnung des Band- und Kapselsystems. Sie sind oft die Folge von indirekter Gewalteinwirkung wie einem Sturz auf die gestreckte Hand. Schwellungen, Bewegungsschmerzen, in einigen Fällen Blutergüsse, Funktionseinschränkung und Minderung der Kraft können die Folge sein.

Diagnose

Bei der ärztlichen Untersuchung werden die Handgelenke zunächst hinsichtlich Schwellungen, Verformungen, Kraft beim Zupacken sowie Beweglichkeit untersucht. Auch die Intensität der Schmerzen wird besprochen. Je nach Fall können im Anschluss folgende Heil- und Testmethoden angewandt werden:

  • Röntgenaufnahme
  • Computertomographie
  • Knochenscan
  • Kernspintomographie
  • Gelenkspiegelung
  • Arthroskopie
  • Nerventests

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Handgelenksbeschwerden. In vielen Fällen reicht es, die Hand eine Weile zu kühlen oder sehr ruhig zu halten und jegliche Bewegungen zu vermeiden. In manchen Fällen kann es jedoch auch erforderlich sein, die betroffene Hand zu operieren. Orthesen und Bandagen können zur Linderung der Beschwerden und zur Förderung der Heilung beitragen.


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